Definitionen

Kampfsport, Kampfkunst, Selbstverteidigung. Alle drei Begriffe hängen natürlich zusammen, denoch gibt es Unterschiede. Die Übergänge sind fließend und in jedem Kampfsport stecken auch Kampfkunst und Selbstverteidigung und umgekehrt. Karate z.B. wird in vielen Vereinen heutzutage mehr mit dem Ziel eines Kampfsportes unterriechtet, als mit dem Tiel einer Kampfkunst.

Definitionen bzw. Abgrenzungen gibt es wie Sand am Meer. Zur groben Orientierung für Laien möchte ich hier die drei Begriffe etwas genauer erläutern.

Was ist Kampfsort ?

Der Kampf, als Sport ausgeübt, stellt letzten Endes den Wettbewerb und damit den Vergleich zweier Sportler in einer sportlichen Disziplin in den Vordergrund. Daraus zieht er seine Legitimation, dadurch bedarf er einer starken und starren Regelungsmaterie, so bestimmt er die erwünschte Verhaltensveränderung des Schülers in Bezug auf Kondition, Technikbeherrschung und –vielfalt.
Zu diesem Regelwerk gehört der Ausschluss von Techniken, die den Gegner schwer verletzen, ihn dauerhaft schädigen oder gar töten würden. Auch die Einteilung in viele verschiedene Gewichtsklassen dient der Fairness und beugt ungleichen Paarungen und entsprechenden möglichen Verletzungen vor.
Spezielle Übungen der Ausdauererhöhung wie Seilspringen, Lauftraining und Sandsack/Pratzen-Training sind für einen sportlichen Kampf über mehrere Runden unerlässlich, da Kraft und Ausdauer mitentscheidende Faktoren für den Ausgang des Kampfes bilden.
Insgesamt trägt somit jeder Kampfsport dem olympischen Gedanken (es handelt sich auch tatsächlich mittlerweile um olympische Disziplinen!) ebenso viel Rechnung wie Gewichtheben oder Rudern. (www.kampfkunstwelt.com, 19.04.2020)

Was ist Kampfkunst ?

Die Kampfkünste hingegen unterliegen keiner “zivilisierten Beugung” ihres Ursprungs: Entstanden aus der Not heraus, sich gegen bewaffnete oder unbewaffnete Verbrecher zu verteidigen, von denen weder Fairness noch Mitleid zu erwarten war, bedienen sie sich auch heute noch weithin tabuisierter oder unfairer Techniken und zielen ausdrücklich darauf ab, den Angreifer so zu bekämpfen, dass er keine zweite Chance erhält. (www.kampfkunstwelt.com, 19.04.2020)

Kampfkünste basieren auf Techniken die oft über Jahrhunderte hinweg überliefert wurden und sind meistens vom System her eher starr. Es wird viel Wert auf technisch präzise Ausführung von Bewegungen gelegt und man benötigt oft Jahre, um eine Kampfkunst wirklich zu beherrschen. Auch wenn viele der Techniken durchaus effektiv sein können, ist die Anwendbarkeit in der modernen Selbstverteidigung nicht immer gegeben, da die Techniken in einem „ehrbaren“ Kampfszenario (1 vs 1) geleehrt werden.

Was ist Selbstverteidigung (SV) ?

Obersters Ziel der Selbstverteidigung ist es den Kampf zu vermeiden. Situationen sollen im Vorfeld bereits so gelößt oder gemieden werden, dass eine körperliche Auseinandersetzung nicht mehr notwendig ist. Sollte es trotzdem zu einem Kampf kommen, ist es nicht das oberste Ziel den Kampf zu gewinnen, sondern sich selbst in eine Situation zu bringen, die eine Flucht ermöglicht.

Der größte Unterschied hier besteht meiner Meinung nach, das sich die SV auf wenige, einfach zu erlenende Techniken beschränkt. Kunstvolle Bewegungen, oder „rituelle“ Abfolgen von Techniken (wie z.B. Katas in Karate) sucht man hier vergebens. Hohe Effektivität mit minimalem Aufwand ist das Ziel. Die körperliche Fitness spielt, je nach System, eine mehr oder weniger große Rolle.

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